Die Core Facility
Die spezifischen Forschungsgeräte und Anlagen, die der materialwissenschaftlichen Forschung an Kunstwerken zur Verfügung stehen, werden zugleich als Core Facility implementiert und im Rahmen von Shared Services für andere Institutionen und Forschungspartnereinrichtungen zugänglich gemacht. Die kooperative Nutzung von bestehenden Forschungsinfrastrukturen und Ressourcen wird durch die Mitwirkung an der BMFWF-Forschungsinfrastruktur-Datenbank angestrebt und weiterhin gewährleistet.
Als wissenschaftliche Trägerinstitution ist die Akademie der bildenden Künste Wien verantwortlich für den Großteil der angebotenen wissenschaftlichen Services. Die Schwerpunkte der Core Facility liegen am INTK in der naturwissenschaftlichen Analyse von Kunstwerken und Archivmaterialien mittels FTIR, Raman, RFA, UV-Vis, HSI, RSI, ESEM (EDX), Py-GC/MS, digitaler Röntgenradiografie und Fotodokumentation (Vis, UV, IR, IRR), (3D-) Mikroskopie, Anlagen zur beschleunigten Alterung von Proben als auch mikrobiologischen Fragestellungen im musealen und Kunstbereich. Alle Untersuchungsmethoden orientieren sich am aktuellen Stand der Wissenschaft, wie sie auch am Lehr- und Forschungsinstitut INTK genutzt und stetig weiterentwickelt werden. Erweitert werden diese durch ebenso hochmoderne digitale Infrastrukturen in der Konservierung-Restaurierung von historischen bis zeitgenössischen Werken und Materialien am IKR, die durch das Bundesdenkmalamt zur Verfügung gestellte Ionenchromatografie zur Bestimmung von Schadsalzen im Bereich der Denkmalpflege sowie digitale Dokumentation historischer Filmformate mithilfe eines Multiformat-Filmscanners des Österreichischen Filmmuseums.
Materialwissenschaften – Möglichkeiten und Grenzen
Materialwissenschaftliche Untersuchungen spielen in verschiedensten Bereichen der Konservierung und Restaurierung, Denkmalpflege und Kunstgeschichte eine bedeutende Rolle. Sie können vielerlei Fragen beantworten zu kunsttechnologischem Aufbau, Provenienz, Pigmentpalette, Alterungsprozessen und Schadensphänomenen von Objekten, und auch zu deren zukünftiger Erhaltung beitragen. Provenienzforschung beitragen. Fragen zur Authentifizierung eines Werks können jedoch niemals ausschließlich durch Materialforschung beantwortet werden – auf Basis eines technologischen Befundes alleine kann keine Zuschreibung erfolgen. Diese komplexen Entscheidungsprozesse erfordern immer auch eine Kombination aus Provenienzforschung, historischem Fachwissen und Kennerschaft. Materialwissenschaftliche Untersuchungsberichte sollten stets in Kontext mit stilistischen und ikonographischen Charakteristika betrachtet und alle Aspekte eines Kunstwerks in ihrer Gesamtheit berücksichtigt werden.
Infrastruktur

Kontakt:
Mag. Katharina Derksen
Weitere Details s. Eintrag in der Forschungsinfrastrukturdatenbank des BMFWF
Spektroskopie
Raman, FTIR, HSI
Röntgenfluoreszenzanalyse
RFA, IRIS-Scanner
Digitale Infrastrukturen in der Konservierung – Restaurierung
medienˈlaːːboR, Infrastruktur zur digitalen Zustandserfassung und Bildbearbeitung
Mikroskopie
Querschliffanalysen, 3D-, Stereo-, Fluoreszenz-, Durchlicht- und Polarisationsmikroskopie,
REM-EDX
GC/MS
Gaschromatografie, Pyrolyse-Gaschromatografie
Mikrobiologie
Befundungen (Luft- und Oberflächenproben, Kultivierung), BIOLOG

STRAHLENDIAGNOSTISCHE DOKUMENTATION
Angeboten werden die hochaufgelöste, farbkonsistente fotografische Dokumentation zwei- und dreidimensionaler Objekte, inklusive Stitching für hochaufgelöste Fotos auch großer Objekte. Durchgeführt werden farbrichtige Aufnahmen im sichtbaren Licht, reflexionsfreie Aufnahmen mit polarisiertem Licht, Streif- und Durchlichtaufnahmen, UV-Fluoreszenzfotografie zur Visualisierung von beispielsweise Firnis und Retuschen, IR-Fotografien und IR-Reflektografien zur Visualisierung etwaiger Unterzeichnungen, Pentimenti oder Retuschen sowie Röntgenradiografien.
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Mikroskopie
Neben der stereo-, 3D- und fluoreszenzmikroskopischen Untersuchung ganzer Objekte oder kleiner Proben, werden auch Querschliffanalysen angeboten. Das Rasterelektronenmikroskop Zeiss EVO 15 ermöglicht zudem die Untersuchung verschiedenster komplexer Materialproben im Hoch- (HV) und Niedrigvakuum (VP).
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Spektroskopie
Die am INTK zur Verfügung stehenden spektroskopischen Verfahren erlauben die Charakterisierung und Identifizierung von Pigmenten, Bindemitteln, polymeren Werkstoffen, etc. in Mikroproben oder Querschliffproben in der Untersuchung von Kunstobjekten oder archäologischen Funden. Das FTIR-Mikroskop LUMOS II ermöglicht eine molekülspezifische Analyse von Proben organischer und anorganischer Natur. Auf bestimmte Materialgruppen spezialisierte Raman-Geräte erweitern die Möglichkeiten der molekülspezifischen Analyse von um die Analyse von Materialien auf Cellulosebasis (-ether, -ester, Papier, …)der Oberflächentextur von Metallen, -korrosionsprodukten, Kunststoff- und Malschichtanalyse, sowie die Analyse von biologischen Proben.
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GC/MS
Der Shimadzu Single Quadrupol GCMS-QP2020 NX Gaschromatograph / Massenspektrometer (GCMS) kombiniert mit dem Shimadzu AOC-6000 Plus multifunctional autosampler auf einer Linie und dem Frontier Lab EGA-PY3030D multi-shot Pyrolyzer auf einer zweiten Linie, sowie weiteren optionalen Modulen, ermöglicht ein breites Anwendungsspektrum für die Materialuntersuchung von Kunstobjekten und die Kontrolle der Luftqualität in Museumssammlungen.
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Röntgenfluoreszenzanalyse
Unsere spezialisierten mobilen (ELIO, Bruker) sowie statischen Geräte (IRIS-Scanner, Bruker) ermöglichen die zerstörungsfreie und nicht-invasive Analyse (Elementaranalyse) von flachen Kunstwerken (Gemälde, Bücher). Simultanes Scannen mit RFA (Rh-Röhre) und Reflectance Spectral Imaging liefert gleichzeitig element- und molekülspezifische Informationen, wodurch anorganische und organische Bestandteile an Kunstobjekten erfasst werden können, bei sehr kleinen Probenmengen.
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Mikrobiologie
Angeboten werden mikrobiologische Untersuchungen verschiedener Art (gezielte Befundungen, Objektbeprobungen, Raumhygienisches Monitoring mittels Luft- und Oberflächenbeprobung) sowie das neueste BIOLOG Odin VIII™ System für die Durchführung phänotypischer Microarray-Assays zur Charakterisierung von Bakterien, Hefen und Pilzen sowie zur Durchführung von Analysen zur Profilierung mikrobieller Gemeinschaften.
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Digitale INFRASTRUKTUREN Konservierung-restaurierung
Die Infrastrukturen, die das IKR im Rahmen der Core Facility zugänglich macht, umfassen Geräte zur Feuchtebestimmung mit LCD -Grafikdisplay (Kern Feuchtebestimmer DBS 60-3), eine Ultraschallregelstation (Ultraschall-Regelstation ST-360/SF-355), eine Infrarot- und HD-Kamera mit Lenovo Shink Shutter, eine Vollformatkamera (Nikon Objektiv Z 35mm f1.8/ Nikon – Z7II), eine Wärmebildkamera (FLIR E86 Advanced Thermal Imaging Camera aus der Exx-Serie) sowie das medienˈlaːːboR zur Migration und nachhaltigen Archivierung obsoleter analoger bzw. digitaler Daten und Datenträger.
